Lieber Leser,

ich möchte hier an dieser Stelle gezielt auf unser Streben, Kindern und Jugendlichen bei der Interessenwahl, Weiterbildung und schulischen Orientierung zu helfen, eingehen. Mit der freundlichen Genehmigung von Dipl.-Ing. Dieter Ziehn DK4QT, werde ich hier Auszüge aus seiner Broschüre „Nachmittagsprojekte für Ganztagsschulen“ veröffentlichen.

Amateurfunk bildet! Vom Hobby zum Beruf.

Der Deutsche-Amateur-Radio-Club e.V. ist mit über ca. 36.000 Mitgliedern der größte Amateurfunkverein Deutschlands. Er hat bundesweit flächendeckend über 1.000 Ortsverbände, die regional auf 24 Distrikte verteilt sind. Er ist der einzige Großverein in Deutschland, der technisches Wissen satzungsgemäß verbreitet. Für IGEL e.V. übernimmt das der Ortsverband G11 im Rahmen seiner Jugend- und Ausbildungsarbeit.

Amateurfunk ist ein offizieller Funkdienst wie z.B. der Rundfunk. Seine Aktivitäten sind durch das Amateurfunkgesetz (in der Neufassung von 1997) geregelt.

Zur Ausgangslage:

„PISA, Bildungskatastrophe, Ingenieurmangel“ : Stichworte der seit einigen Jahren laufenden politischen Diskussion!

Defizit: Seit Jahren wurden Technik und Ingenieurwissenschaften schlechtgeredet. Selbst in den Schulen, bedingt durch Lehrermangel, standen naturwissenschaftliche Fächer im Abseits. Daraus resultierte vielfach auch mangelndes Interesse an technischen Berufen und infolge ein anscheinend akuter Mangel an Ingenieuren und Technikern aller Fachrichtungen.

Bedarf: Techniker und Ingenieure zur Entwicklung neuer technischer Innovationen in Handwerk und Industrie zum Ausbau und Halten der Marktführerschaft werden in Deutschland langsam zur Mangelware.

Angebot: Mitglieder der DARC e.V. Ortsverbände helfen bei der Vorbereitung und Betreuung von Ausbildung, Schulprojekten, Entwicklung und Erstellung von Baugruppen für praktische Ausbildungs- und Unterrichtsarbeiten. Interesse für Technik wecken durch zielorientierte Ausbildungsunterstützung der technischen und gesetzlichen Anforderungen für die Amateurfunkgenehmigung.

Gemeinsamkeiten: Die zur Amateurfunktechnik erforderlichen mathematischen und physikalischen Grundlagen entsprechen größtenteils den Inhalten schulischer Lehrpläne. Spezielle Kenntnisse der Kommunikations- und Nachrichtentechnik werden durch die Bereitstellung von aufbereiteten Unterrichtsmaterialien abgedeckt.

Ziel: Wegbereitung für naturwissenschaftliche und technische Berufswahl frühzeitig unterstützen. Verständnis für leistungsorientierte Lebensumgebung wecken und Spaß mit sinnvoller Freizeitgestaltung haben.

Willkommener Nebeneffekt: Verbesserung der Sprachkompetenz in Fremdsprachen, insbesondere in Englisch als internationaler Funkverkehrssprache.

VOM FUNKAMATEUR ZUM INGENIEUR!
Das muß kein leerer Satz sein wenn – wie oben beschrieben – das Interesse unserer Kinder und Jugendlichen frühzeitig geweckt und in Bahnen gelenkt wird, die gleichzeitig auch einen hohen Freizeitspass bieten. In Zusammenarbeit mit dem Ortsverband G11, seines Jugend- und Ausbildungsreferates, der Schulen und Lehrer kann das alles unser Förderverein IGEL e.V. ermöglichen.

Der Weg „Vom Funkamateur zum Ingenieur“ beschreibt eine klassische und hocheffektive Erfolgsgeschichte in der Tech-Welt. Das Hobby Amateurfunk liefert das perfekte Fundament für ein erfolgreiches Ingenieurstudium und eine Karriere in der High-Tech-Industrie.

�� Warum Funkamateure die geborenen Ingenieure sind
Praxisvorsprung: Funkamateure bauen Antennen, löten Schaltungen und verstehen Wellenausbreitung, bevor sie den Hörsaal betreten.
Grundlagenwissen: Das Lernen für die Lizenzprüfung deckt bereits große Teile der Elektrotechnik ab.
Problembeseitigung: Die Fehlersuche an defekten Geräten schult das analytische Denken (Troubleshooting).
Internationale Gemeinschaft: Der weltweite Funkbetrieb fördert Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz.

�� Der Übergang ins Studium (Elektrotechnik & Nachrichtentechnik)
Vorteil Mathe/Physik: Die Theorie der Maxwell-Gleichungen und Fourier-Transformationen wird durch die Praxis greifbar.
Labor-Helden: Während andere Studierende das Oszilloskop zum ersten Mal sehen, nutzen Funkamateure es bereits intuitiv.
Spezialisierungen: Ideale Fachrichtungen sind Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik (RF), Embedded Systems oder Luft- und Raumfahrttechnik.

�� Karrierevorteile in der Industrie
Heiß begehrt: Unternehmen in den Bereichen Mobilfunk (5G/6G), Satellitenkommunikation und Verteidigung suchen gezielt HF-Ingenieure.
Seltenes Fachwissen: Reine Software-Entwickler gibt es viele, aber Experten für die Brücke zwischen Hardware und Äther sind rar.
Netzwerk: Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) und weltweite Verbände bieten exzellente Kontakte zu Mentoren und Arbeitgebern.

Der Entwicklungspfad: Vom Funkbetrieb zum Tech-Sektor

Die Entwicklung lässt sich in drei aufeinander aufbauende Phasen unterteilen:

1. Das Fundament (Amateurfunk)
Praktische Elektronik: Löten, Schaltungsdesign und die Fehlersuche direkt an der Hardware schulen das Systemverständnis frühzeitig.
Wellenausbreitung: Das praktische Verständnis von Frequenzen, Antennenbau und elektromagnetischen Feldern schafft eine intuitive Vorstellung von unsichtbarer Physik.

2. Die akademische Brücke (Ingenieurstudium)
Theoretische Vertiefung: Komplexe mathematische Modelle wie die Maxwell-Gleichungen oder Fourier-Transformationen fallen leichter, weil der Praxisbezug im Kopf bereits existiert.
Messtechnik-Vorteil: Der sichere Umgang mit Oszilloskopen, Spektrumanalysatoren und Signalgeneratoren ist aus der eigenen Funkstation bereits vertraut.

3. Das Ziel (Industrie & Forschung)
Mangelberuf Hochfrequenztechnik: Während viele Studierende in die reine Softwareentwicklung drängen, ist die Kombination aus Hardware- und Funkwissen in der Wirtschaft extrem gesucht.
Schlüsselsektoren: Absolventen steuern direkt in Innovationsfelder wie 5G/6G-Mobilfunknetzwerke, Satellitenkommunikation, Luft- und Raumfahrt oder autonome Radarsysteme.

Vielen Dank für Ihr Interesse und Aufmerksamkeit !

Martin Hollweg DL1LEV
Mitglied von IGEL e.V. und OV G11 (DARC e.V.)