Unsere Schüler werden Dich vermissen

Im Jahre 2013 hatte sich im OV G11 zu einem Ausbildungskurs der Klasse E Harry angemeldet. Er hatte bereits sehr viel Sachkenntnis zum Unterricht mitgebracht, nun als Diplom-Ingenieur mit Erfahrung aus der Kernforschung Jülich war das auch zu erwarten. Nach bestandener Prüfung fragte ich Harry etwas irritiert, warum er kein Rufzeichen beantragt hatte. Eine leicht dubiose Antwort sollte mich beruhigen, aber Harry hatte etwas vor. Kurze Zeit später, ohne den A-Kurs absolviert zu haben, machte er auf der HAM-Radio in Friedrichshafen die Prüfung für die Klasse A und überraschte mich mit dem Rufzeichen DL3UV. Aufgrund dieser Erfahrung und aus Hochachtung für diesen Wissensstand, bat ich Harry als Dozent in unserem AJW-Referat mitzuarbeiten. Harry willigte ein und bereitete vielen Absolventen unserer Kurse nicht nur das Vergnügen gerne zu lernen, sondern lehrte auch mit viel Humor den doch etwas trockenen Stoff. Seine pädagogischen Fähigkeiten waren nicht nur vom Wissen geprägt, er konnte auch alles sehr anschaulich erklären. Tatsache ist das Harry meinte es gibt keine dummen Fragen und bemühte sich unermüdlich allen den Unterrichtsstoff plausibel zu machen. Einige Bonmots sind mir in Erinnerung geblieben, wie zum Beispiel seine Warnung vor Strom und Spannung mit den Worten: "Strom macht schwarz, klein und hässlich!". Dies ist wohl allen Kursteilnehmern immer bewusst, wenn sie mit hohen Spannungen zu tun haben. Aber nicht nur der Unterricht den Harry mit viel Hingabe vollzog, bleibt in unserer Erinnerung. Harry hatte ein großes Hobby und das war die Geschichte und Entwicklung der Physik in der Erforschung der Elektrizität und der Hochfrequenztechnik. Eine Geschichte ist mir ion Erinnerung geblieben, Harry wollte einen Vortrag halten und ich war sein Testhörer. Um zu veranschaulichen wie ein Laser funktioniert ließ Harry an unserer Schultafel befestigte Luftballons platzen. Leider vergaß er vor lauter Begeisterung den Laser auszuschalten und so erschoß Harry die Schultafel. Das brachte uns als Wiedergutmachung allerdings ein Whiteboard ein, das er spendete. Aus seinen in Auktionen und mit viel Sammelleidenschaft erworbenem Fundus, stellte er öfter im Unterricht anschauliche Experimente an. So konnten viele von uns (mich eingeschlossen) Erkenntnisse sammeln die durch diese praktischen Vorführungen das Verständnis festigten. Darüber hinaus hielt er mehrere Vorträge zu denen er sich auch gerne mal als Wissenschaftler der Vergangenheit mit Frack und Hut verkleidete.

Harry DL3UV bei der experimentellen Erklärung der Maxwellschen Gleichungen.

In diesen Genuss kamen unter anderem auch die Schüler und ihr Physiklehrer eines Gymnasiums, anschließend war ihnen bekannt wie der schottische Physiker James Clerk Maxwell seine in die Geschichte eingegangenen Formeln herleitete.

Solch ein Vortrag brachte auch vielen Besuchern seiner Vorträge, durch seine akribisch durchgeführten Suchen, die berühmte Formel von Albert Einstein E=mc2 bei. Nicht nur ich, sondern alle die diesen Vortrag besuchten konnten anschließend wissen wie sich die Relativitätstheorie aufbaut und wodurch es zur Zeitdilatation kommt. Bis zum Jahre 2026 war Harry mein Begleiter in unseren Amateurfunkausbildungskursen und er verabschiedete sich von seinen Freunden im Club gebührend mit einer Einladung in einen Biergarten. Harry hat sich entschieden zu neuen Gestaden aufzubrechen und Bürger der USA zu werden und mit seiner Familie dort zu leben. Wir müssen Harry gehen lassen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Aber wie es so ist bei Funkamateuren, es ist kein Problem weiterhin Verbindung zu halten, entweder mit allen Möglichkeiten unserer Funktechnik oder mit moderneren Formen der Kommunikation.

Harry alles Gute zum neuen Lebensabschnitt wünschen Dir alle Dozenten und ehemaligen Schüler, die Mitglieder von OV G11 des DARC e.V. und des IGEL e.V. und Dein Mitstreiter im AJW, Martin DL1LEV.

Die Maxwellschen Formeln / E=mc2